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Turmuhrwerk der St. Andreaskirche in Teltow

von Peter Jaeckel

Turmuhrwerk, Foto Peter Jaeckel (2018)

  • Hersteller : Richard Meyer, Magdeburg Turmuhrenbauanstalt
  • Baujahr : 1954
  • Technik : Turmuhrwerk mit automatisch elektrischem Gewichtsaufzug mit einer Schaltvorrichtung für den viertel- und vollen Stundenschlag.

Geschichte :

Nach der Zerstörung des alten Uhrwerkes im II. Weltkrieg wurde dieses Uhrwerk vom Pfarrer Gerhard Puttkammer im März 1953 bestellt. Das Uhrwerk war nur bis in die 1970er Jahre betriebsfähig.

Anlässlich der Instandsetzung des Kirchturmes ab Mai 2006 wurde das Werk unter der Regie des Heimatvereins Stadt Teltow 1990 e.V. im Turm zerlegt und geborgen.

Die Restaurierung und die Reparatur erfolgte von Dezember 2007 bis August 2009 unter der Leitung von Herrn Reinhold Lutsch, mit den Gymnasiasten Sophie von Fromm und Theo Schubert vom Immanuel-Kant-Gymnasium in Teltow und mit Wolfgang Nierenz und Peter Jaeckel, Mitgliedern des Heimatvereins.

Das Uhrwerk ist eine Dauerleihgabe der Evangelischen Kirchengemeinde Teltow.

Inbetriebnahme hier an diesem Ort: Mai 2010

Eine Pumpe auf dem Marktplatz

von Anton Sieber (1999)

Bei der Rekonstruktion des Marktplatzes in Teltow im Jahre 1998 stießen die Archäologen um Kai Schirmer auf die Reste eines Brunnens.

Marktplatz mit Brunnen, Postkarte: Archiv Heimatverein

Der Heimatverein Stadt Teltow 1990 e.V. setzte sich damals für eine Markierung der Fundstelle im neuen Pflaster des Marktplatzes ein. Deshalb zeigt heute ein aus auffällig großen Steinen besetzter Ring diese Stelle an. Sie liegt an der Ecke des Marktplatzes, die an die Breite Straße grenzt.

An der markierten Stelle gab es noch am Ende des 19. Jahrhunderts einen für alle Bürger zugänglichen Brunnen mit einer Pumpe, die auf dem Foto sichtbar ist. Auf einem Foto des Teltower Fotografen Otto Semler aus dem Jahre 1914 ist diese Pumpe nicht mehr zu finden. – Die Stadt Teltow könnte in diesem Jahr ihr 100 jähriges Wasserfest feiern: 1899 erhielt sie ihr Trink­wassernetz. Danach hat man den Brunnen wohl aufgegeben.

Hoher Steinweg mit Pumpe, Postkarte Archiv Heimatverein

Auch im Hohen Steinweg, gegenüber dem heutigen Heimatmuseum, gab es damals eine Pumpe. Sie hat wahrscheinlich wesentlich länger gedient. Frostgeschützt durch ein Gehäuse ist sie noch 1938 auf einem Foto zu sehen.

Die Stadtverwaltung lässt jetzt an dieser Stelle auf dem Marktplatz im Mai einen Maibaum und zu Weihnachten einen Weihnachtsbaum aufstellen.

Aus Teltower »Eiszeiten«

von Peter Jaeckel

In unserer heutigen Zeit mit wohl überwiegend wohltemperierten, zentral beheizten Wohnungen, ja sogar geheizten Verkehrsmitteln und wohl auch nicht mehr so sehr kalten Wintern in unseren Breitengraden kann man sich kaum noch vorstellen, wie das war, als auf dem Teltower See Eis für das ganze Jahr gewonnen und in geeigneten Räumen gelagert wurde.

Eistransport

Noch vor der allgemeinen Industrialisierung Teltows, also vor dem Bau des Teltowkanals, gab es seit 1874 ein Eiswerk, das den damaligen Bedarf an Kühlung für Fleischereien, Restaurants und für einige wenige gut situierte Haushalte decken konnte. Eiswerke befanden sich grundsätzlich in Gewässernähe. So gab es z.B. in Lichterfelde noch mehrere solcher Betriebe. Das Teltower Eiswerk befand sich am Ende der Paul-Gerhardt-Straße in Teltow-Seehof. Die Villa von Karl Kaatsch befindet sich noch dort nur mit veränderter Dachform.

Zur Veranschaulichung der damaligen Situation in Teltow sei hier auszugsweise zitiert aus den »Beiträgen zur Industriegeschichte der Stadt Teltow« von Rolf Münzner und Gisela Piech. Weiterlesen

Windmühlen in Teltow

von Anton Sieber

Hilbrechtsche Mühle (Postkarte)

Wer in Teltow aufmerksam durch die Mahlower und Potsdamer Straße spaziert, der wird an zwei Stellen an die Existenz von Windmühlen erinnert. An der Mahlower Straße 120 steht sie noch, die ehemalige Hilbrechtsche Bockwindmühle. Sie hat seit 1930 keine Flügel mehr, dafür ist sie aber am Giebel des Wohnhauses von Helmut Hilbrecht als Putzrelief zur steten Erinnerung verewigt worden.

Die zweite Stelle, die auf die Geschichte der Windmühlen hinweist, ist das Grundstück der Müllerfamilie Eichelbaum, Potsdamer Straße 22. Dort hat der Müllermeister Fritz Eichelbaum 1984 an einer von der Straße gut sichtbaren Wand eine stilisierte Bockwindmühle angebracht. Sie soll uns auf die mindestens zweihundertjährige Müllertradition der Familie hinweisen, nicht aber auf den Standort der Windmühle. Dieser stand bis 1922 etwa 50 Meter von der Potsdamer Straße entfernt, hinter dem heutigen Edeka-Markt, zwischen Potsdamer und Elbestraße. Weiterlesen

Hoher Besuch in der Ruhlsdorfer Windmühle

von Anton Sieber (2002)

Wenn wir die Straße von Ruhlsdorf nach Stahnsdorf entlang fahren, müssen wir erst über einen kleinen Berg. Das ist der Ruhlsdorfer Mühlenberg, der einst mit 61 m die höchste Erhebung in der näheren Umgebung des Dorfes war. Vermutlich standen die schon 1575 erwähnten Windmüh­len an dieser Stelle mit den günstigen Windverhältnissen. Der ungefähre frühere Wind­mühlenstand­ort kann leicht gefunden und sogar mit den Ohren lokalisiert werden, denn dort wird heute wieder gemahlen und gesiebt. Ziegelmehl, Mörtelgrieß und Betongraupen könnte man die Produkte nen­nen, die auf dem eingezäunten Gelände der Firma TBR aus der Mühle und der Sortieranlage für Abrissbaustoffe kommen. An dieser Stelle, südlich der Stahnsdorfer Straße, stand die Windmühle, allerdings etwa 15 m höher als das heutige Niveau der TBR-Anlage. Diese steht auf dem Boden einer riesigen Kiesgrube, die sich jahrzehntelang in den Mühlenberg hineingefressen hat.

Windmühle Ruhlsdorf (Postkarte)

Schon vor 1375 muss es in Ruhlsdorf Mühlen gegeben haben, denn im Landbuch Kaiser Karls IV. ist zu lesen, daß die dort von altes her stehenden Mühlen wegen ihrer Armut verlassen waren. Der oben beschriebene Standort geht sowohl aus einer Landkarte von 1747 als auch aus einer Zeich­nung hervor, die der Mühlenmeister Herrmann Schulz aus Ruhlsdorf 1893 zwecks Geneh­migung der Umsetzung seiner Mühle bei der Baupolizei eingereicht hatte. Wie bei den meisten Windmüh­len unserer Gegend handelt es sich um eine Bockwindmühle. Sie brannte 1845 nach einem Blitz­schlag ab. Es wird also der nachfolgende ebenfalls hölzerne Mühlenbau gewesen sein, der – wie die genannte Zeichnung ausweist – um 500 m in östlicher Richtung verschoben aufgebaut wurde. Weiterlesen