Schlagwort-Archive: Teltowkanal

Die Teltow-Werft-Brücke

von Anton Sieber

Der vom alten Kreis Teltow gebaute Teltowkanal – von der Glienicker Lake bei Potsdam bis zur Wendischen Spree bei Grünau – ist 38 Kilometer lang. Bei seiner Eröffnung 1906 überspannten 52 Straßenbrücken diese Wasserstraße. Statistisch gesehen gab es fast alle 1200 Meter eine Brücke, Brücken brauchen Namen. Man wählte dafür die Mitglieder der Kanalkommission des Kreises Teltow, der die Ausführung des Kanals übertragen worden war.

Brückenübersicht am Kanal

Nach Kleinmachnow führte die Badewitz-Brücke1 und die Rammrath-Brücke2. Von Teltow nach Zehlendorf gelangte man über die Knesebeck-Brücke3, nach Lichterfelde über die Fritz-Schweitzer-Brücke4.

Letztere verband die Lichterfelder Allee mit dem Dahlemer Weg, wurde aber nach der 1945 erfolgten Sprengung nicht wieder aufgebaut. Weiterlesen

Der Teltower Hafen

von Anton Sieber (2005)

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Teltow eine „Hafenstadt“. Mit der Inbetriebnahme des Teltowkanals im Jahre 1906 entstand am Ende der Badstraße Teltows öffentlicher Hafen, der danach fast 40 Jahre lang die Ansiedlung der Industrie in unserer Region sehr gefördert hat. Außerdem existierten am Kanal auch Privatladestellen damaliger Firmen wie Nationale Radiatoren GmbH, Deutsche Asbestwerke, Porzellanfabrik Teltow und Teltow-Werft.

Abb. 1: Portalkrananlage

Die Geschichte des Teltower Hafens begann 1906 ohne einen Bahnanschluss. Aber schon 1909 verband die inzwischen fertiggestellte Teltower Industriebahn den Hafen und die Firmen mit Anschlussgleis mit dem Bahnhof Teltow der Anhalter Bahn, der leider 3 km vom Stadtzentrum entfernt war und noch ist. Bis 1928 endete die Industriebahn nach 8 km Gleislänge am Hafenbahnhof, an der Westseite der Badstraße am Kanal gelegen. Ein kleiner Wellblechschuppen diente als Bahnhofsgebäude. Wie damals der Umschlag der Güter zwischen Kanal und Schiene ablief, konnte nicht ermittelt werden. Immerhin gab es zu dieser Zeit schon Dampfkräne. Weiterlesen

Ernst von Stubenrauch

von Peter Jaeckel

Der Geburtstag des legendären Landrates des Kreises Teltow jährt sich am 19. Juli 2018 zum 165. Mal.

Dieses Jubiläum sei uns Anlaß, an den Werdegang und an die Leistungen des Man­nes zu erinnern, dessen Weitblick und dessen Ent­schei­dun­gen den Kreis Tel­tow und damit auch die Region, in der wir leben, entscheidend ge­stal­tet haben.

Ernst von Stubenrauch, Reproduktion

Seine visionären und Realität gewordenen Über­legungen hatten über den Kreis Teltow hinaus im Deutschen Reich richtungsweisenden Ein­fluß, wie zum Bei­spiel der Bau des Teltowkanals und die anschließende Industrieansiedlung, der Ausbau des Straßennetzes und die Aufhebung der Straßen­zölle, der Aufbau des Sozial- und Gesundheitssystems einschließlich dem Bau von Krankenhäusern und unter anderem schließlich auch im Sinne der Förderung der Volksgesundheit die Zulassung des Freibadens.

Mit diesen und anderen wichtigen Entscheidungen wurde der Kreis Teltow unter dem Landrat Ernst von Stubenrauch ein Vorreiter für viele Neuerungen und man sprach schließlich gern vom „Lieblingskreis des Kaisers“. Weiterlesen

Aus Teltower »Eiszeiten«

von Peter Jaeckel

In unserer heutigen Zeit mit wohl überwiegend wohltemperierten, zentral beheizten Wohnungen, ja sogar geheizten Verkehrsmitteln und wohl auch nicht mehr so sehr kalten Wintern in unseren Breitengraden kann man sich kaum noch vorstellen, wie das war, als auf dem Teltower See Eis für das ganze Jahr gewonnen und in geeigneten Räumen gelagert wurde.

Eistransport

Noch vor der allgemeinen Industrialisierung Teltows, also vor dem Bau des Teltowkanals, gab es seit 1874 ein Eiswerk, das den damaligen Bedarf an Kühlung für Fleischereien, Restaurants und für einige wenige gut situierte Haushalte decken konnte. Eiswerke befanden sich grundsätzlich in Gewässernähe. So gab es z.B. in Lichterfelde noch mehrere solcher Betriebe. Das Teltower Eiswerk befand sich am Ende der Paul-Gerhardt-Straße in Teltow-Seehof. Die Villa von Karl Kaatsch befindet sich noch dort nur mit veränderter Dachform.

Zur Veranschaulichung der damaligen Situation in Teltow sei hier auszugsweise zitiert aus den »Beiträgen zur Industriegeschichte der Stadt Teltow« von Rolf Münzner und Gisela Piech. Weiterlesen

Badeanstalt am Teltowkanal

Kennen Sie noch diesen Ort?
von: Rudolf Jaeckel

Schon im Jahre 1907, also im Zusammenhang mit dem Teltowkanalbau, ist die Badeanstalt angelegt worden, vielleicht zum Trost für die Teltower Einwohner, die ihren Teltower oder Hegesee, wie er auch hieß, verloren hatten, da er dem Kanal weichen mußte.

Badeanstalt am Teltowkanal im Jahre 1936.

Die Anlage befand sich am Schützenplatz, was man aber auch erst erklären muß, denn diese Ortsbezeichnung gibt es schon lange nicht mehr. Also versuchen wir es anders: an der Fritz-Schweitzer-Brücke. Aber auch das hilft nicht weiter, denn diese ist ebenfalls verschwunden. Letzter Erklärungsversuch also, für heutige Teltower: im Bereich der Kanalaue, ungefähr in Höhe des Diakonissengeländes gegenüber der Einmündung des auf der Berliner Seite befindlichen Industrie-Stichkanals.

Das Bild läßt ungefähr erahnen, worum es sich handelt: eine quadratische Aus­buchtung von etwa 20 mal 20 m, die direkt mit dem Teltowkanal in Verbindung stand. Zur Kanalseite hin war sie durch die Treidelbahnbrücke abgegrenzt, eine Holzkonstruktion, unter der ziemlich niedrige Durchlässe das Hinausschwim­men zwar ermöglichten, aber praktisch doch nicht gestatteten, weil der Schiffs- und Treidelbahnverkehr einige Gefahren mit sich brachte. Es war also offiziell verboten, wurde aber, wenn keiner hinsah, doch versucht. Weiterlesen