Station 8: August Mattausch – Haus

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Mattausch kam 1906 als junger Künstler mit 29 Jahren nach Teltow, als hier gera­de der Teltowkanalbau seinen Abschluss fand und der große Auf­schwung unserer Stadt noch bevorstand.

Er bezog jungvermählt das alte Kolonistenhaus in der Alten Potsdamer Str. 5, das mit seinem Baujahr 1731/32 heute zu den ältesten Häusern der Stadt zählt.

Zunächst hatte er Ambitionen, in der neu gegründeten Porzellanfabrik Zierporzellan und Geschirr zu gestalten. Nachdem hier aber – dem Trend der Zeit folgend – bald nur noch Industrieporzellan für die Elektrifizierung des Reiches hergestellt wurde, fand Mattausch bei der Fa. Lohse in Teltow eine Anstellung als Gestalter für Flakons, Puderdosen, Pillenbehälter und andere Produkte.

August-Mattausch-Haus, Fotos: Richard Martin

1910 bekam er den Auftrag für die Neu­gestal­tung der Innenausstattung der Andreaskirche. Ihm ver­danken wir die an den Jugendstil angelehnten ornamentalen Flachschnitzereien am Gestühl, den Wangen und an den Pfeilern, der Kanzel und dem Taufbecken.

Bereits 1912 entstand unter seinen Händen das Teltower Stadtwappen neu. Nach Abstimmung mit einem renommierten Heraldiker erhielt nach seiner Gestaltung das Wappen nun wieder die Elemente, die das Stadt­siegel bereits im 13. Jahrhundert aufwies: den roten Adler auf dem silbernen Schild, den askanischen Stern und das Eichenlaub.

August Mattausch, Sammlung Heimatverein

Die aufstrebende Stadt würdigte 1913 an­lässlich der Hundertjahrfeier der Völkerschlacht gegen Napoleons Trup­pen die gefallenen Teltower mit dem heute noch erhaltenen Krie­ger­denkmal auf dem Zickenplatz. Auch dafür stammt der Entwurf von August Mattausch. Er war aktiv an der Auswahl des Felsmaterials beteiligt. Von ihm stammt auch das mythologische Beiwerk in Form des griechischen Helms, des Medusenhauptes mit Schwert und Lanze und natürlich die Tafel mit den Namen der Gefallenen.

August Mattausch starb im Alter von 67 Jahren am 12. Juli 1945. Zu seinem 65. Todestag hat die Stadt Teltow den Bürgerpark in August-Mattausch-Park umbenannt. Sein altes Wohnhaus steht heute unter Denkmalschutz und beherbergt ein Atelier.