Station 4 – Die Sankt Andreaskirche

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Die schöne St. Andreaskirche mit dem hohen Turm zwischen den alten Bäumen ist bis heute geografisches und historisches Zentrum und weithin sichtbares Wahrzeichen unserer Stadt Teltow. Das Gotteshaus gilt als ältestes städtisches Bauwerk, seine Anfänge reichen bis in das 12 Jahrhundert zurück. Ursprüngliche Teile sind nach mehreren Standbränden nur noch der Grundriss und die Außenmauern, erbaut aus Feldsteinen im 13.Jahrhundert. 

Der Name Sankt Andreas Kirche stammt aus der katholischen Zeit vor der Reformation. Der erste lutherische Pfarrer trat sein Amt 1546 in Teltow an. Die Krone auf dem Turm der Kirche erinnert daran, dass die Markgrafen von Brandenburg das Patronatsrecht über die Kirche ausübten und Teltow als ihr Krongut weithin erkennbar machen wollten. Noch Anfang des 19. Jahrhunderts hatte die Stadt den Beinamen „Kronen-Teltow“.

Nach dem Stadtbrand von 1801 wurde der Innenraum der St. Andreaskirche nach Vorgaben des preußischen Baumeisters Karl-Friedrich Schinkels gestaltet. Er gab der Andreaskirche eine neugotische Form mit klassizistischer Ausrichtung und hatte im Kirchenschiff eine Flachdecke einziehen lassen. Zur Wiedereinweihung der Kirche am 13. September 1812 wurde ein überlebensgroßes Kruzifix im Altarraum aufgerichtet, das vom süd-tiroler Holzbildschnitzer Franz Tavella aus Brixen stammt und als Hauptzierde des Altarraums gilt.

St. Andreas Kirche, Sammlung Heimatverein

Eine Steintafel an der Ostseite der Außenmauer erinnert an die Erneuerung der Kirche im Jahre 1910. Unter der flachen Kassettendecke wurde ein hölzernes Tonnengewölbe eingezogen und an der Westseite der Kirche eine Orgelempore errichtet.

St. Andreas Kirche, Sammlung Heimatverein

Die heute noch vorhandene Orgel stammt von Orgelbaufirma Alexander Schuke aus Potsdam. Gleichfalls erhalten sind die bemalten ornamentalen Flachschnitzereien an Kanzel und Taufe mit Spruchband an den Wangen der Bänke und an den Pfeilern der Empore vom zugezogenen Bildhauer August Mattausch. Für die Bemalung und farbliche Ausgestaltung einschließlich der leider im Krieg zerstörten Chorfenster konnte der Künstler Professor August Oetken aus Berlin gewonnen werden. Sogar der berühmte Lyonel Feininger hat unsere Kirche und die unverkennbaren Dächer der Altstadt verewigt! Auf seinem Gemälde „Teltow II“, können Sie die Ansicht der Kirche bewundern. Das Original hängt übrigens in der Neuen Nationalgalerie in Berlin und ist als Kopie im Teltower Heimatmuseum zu sehen. In den Jahren 2007 bis 2011 wurde nicht nur das Aussehen der Kirche erfrischt, sie erhielt auch drei neue Glocken.