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Der Flugplatz in Teltow

Von Wilfried Becker

Am 2. Oktober 1910 wurde der Flugplatz in Teltow gegründet. Das Unternehmen nannte sich »Flugübungsfeld Teltow G.m.b.H« und umfasste das Terrain zwischen Bahnhof, Industriebahn und der Händelstraße.

Das Flugfeld wurde von Adolf Hinrichsen eingezäunt und zum Probebetrieb von Flugapparaten die Flugfeld Teltow-Berlin G.m.b.H. gegründet. Auch die Flugzeugindustrie ließ sich in Teltow nieder. Erste Gründung ist der »Walter Stein Aeroplanbau« in Teltow. Die AEG Abt. Flugzeugbau in Hennigsdorf und in Teltow bei Berlin machte erste Flugversuche. In Johannisthal existierte eine Flugschule für Flugmaschinen der Gebrüder Wright G.m.b.H.

Flugfeld Teltow (Postkarte, Archiv: Heimatverein Teltow)

Auf dem Flugfeld in Teltow wurden 3 provisorische Hangars gebaut. Später wurden noch eine Zuschauertribüne angelegt und der Bevölkerung Flugschauen geboten. Hauptinitiator war Gustav Witte. Der am 21. April 1879 in Rufen Kr. Soldin geborene Briefträger aus Friedenau war ein Flug­amateur. Weiterlesen

Eine Schülergeschichte aus Teltow

Eine Schülergeschichte aus Teltow im Jahre 1940
von Rudolf Jaeckel (2006)

Die Begebenheiten, von denen ich hier berichten will, liegen nun über 65 Jahre zurück, man könnte aber auch glauben, dass sich die Dinge im Kaiserreich im 19. Jahrhundert zugetragen haben könnten.

Teltow hatte 1940 zwei Schulen; die Alte Schule in der Potsdamer Straße und die Neue Schule am Rande der Musikersiedlung südlich der Mahlower Straße. Ich besuchte seit dem Umzug meiner Eltern von Lichterfelde nach Seehof die Alte Schule, die von Seehof aus immerhin mit der Straßenbahn zu erreichen war. Anfangs, Ende 1938, herrschten dort ganz normale Verhältnisse, was sich mit Kriegsbeginn, 1. September 1939, aber schlagartig änderte: die jüngeren Lehrer wurden zum Wehrdienst eingezogen, Ersatz, etwa Lehrerinnen, gab es nicht. So wurden dann die ohnehin ziemlich starken Parallel-Klassen einfach zusammengelegt und den verbliebenen alten Lehrern überlassen.

‚Alte Schule‘ mit dem 3. Anbau vor der Zerstörung im 2. Weltkrieg (Postkarte, Archiv: Heimatverein Teltow)

Es gab Klassenstärken von über 70 Schülern in einem Raum, der für höchstens 35 Schüler ausgestattet war. Man saß zu dritt in den Schulbänken, auf Stühlen ohne Tische, auf Fensterbrettern und am Fußboden, wo immer es ging. Die alten Pauker waren dieser Aufgabe nicht mehr gewachsen, es herrschte Lärm und Unruhe, gelernt hat kaum jemand etwas. Weiterlesen